Die Aktionen am 30. August sollen eine breitere Öffentlichkeit erreichen, um die Hilferufe von Abschiebehäftlingen aus den Knästen heraus an (frequentierte) öffentliche Plätze zu tragen. Deshalb richtet sich der Spot "30august" an die Kinos in Deutschland. Demnächst wird eine Petition an den Bundestag für einen Gedenktag zum 30.august zur Unterzeichnung verfügbar sein, deren Impetus maßgeblich von Eurer regen Beteiligung abhängt. Außerdem findet Ihr hier weitere relevante Petitionen von proasyl und dem Komite für Grundrechte und Demokratie.
Der 30. August steht für die Opfer unseres "rechtsstaatlichen" Systems, für Kola Bankole, Rachid Sbai, Altankou Dagwasoundel und Kemal Altun und für alle Anderen. Laut der Zählung der Antirassistischen Initiative Berlin kamen seit 1993 mindestens 56 Menschen ums Leben. Die Dunkelziffer liegt zweifellos wesentlich höher. Der 30. August steht für die Menschen die sich in Abschiebehaft befinden, die unter den Haftbedingungen zu leiden haben, Willkür, "Sonderbehandlungen" und Gesetzen ausgesetzt sind. Diese Meinung wird nicht nur von Abschiebehaftgruppen und anderen Initiativen vertreten, vielmehr unterstützen Berichte zur Situation von Abschiebehäftlingen vom CPT (Committee for the Prevention of Torture) oder von UN-Kommissionen diese Einschätzung. Der 30. August steht für Vorsätzlichkeit aber auch Unwissenheit und Ignoranz. Menschen werden in abstruse Kategorien von Menschsein gezwängt und sowohl von staatlicher als auch gesellschaftlicher Seite dementsprechend behandelt.
Der gegenwärtige Kontext lässt es immer wieder angebracht erscheinen die Frage zu stellen, in was für einem Land wir leben wollen. Wie hoch ist die Hemmschwelle des Einzelnen, sich zu engagieren? Sich für die Aktion zu entscheiden, weil es aus humanistischen und sozialen Standpunkten unvermeidbar ist? Zu oft wird weggesehen, wenn Anderen Ungerechtigkeit widerfährt. Diese verbreitete "Bequemlichkeit" und Stumpfheit ist Besorgnis erregend. Ein Anliegen des 30. August soll es auch sein, mehr Menschen dafür zu gewinnen, sich ehrenamtlich zu engagieren, für "sozialen Klimaschutz" einzutreten und eine bewußte Ansage zu treffen, in was für einem Land, sei es legal wie es will, wir leben wollen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Grüsse aus Leipzig,